Lasek in Bratislava beim Excimer Augenlaserzentrum

Normalerweise findet ihr ja hier auf meinem Blog Bastelanleitungen und die tollen Produkte von SU!. Privates erzähle ich euch eher selten. Heute gibt es da mal eine Ausnahme. Wer sich alos nicht für mein – zugegebenermaßen – minimal selbstbemitleidendes Geschreibsel zum Augenlasern ohne Schnitt bei Eximer im Bratislava interessiert, der möge bitte erst gar nicht weiterlesen… 😉

Aber beginnen wir mal von vorne. Meine Augenlaserbehandlung ist jetzt genau eine Woche her. 7 Tage, 168 Stunden. Letzten Deinstag gegen 15:00 Uhr lies ich diesen Eingriff über mich ergehen.

Die Vorgeschichte

Geplant hatte ich es im Vorfeld natürlich schon länger, und wer mich kennt, weiß, dass ich es mit der Recherche zeimlich genau nehme. Wieso hab ich mich also für die Lasek-Methode und warum ausgerechnet für Bratislava entschieden? Nun, dass ist einfach erklärt: ich wolle eine Methode ohne Schnitt. Bei den meisten Augenlaserbehandlungen (meist Lasik) wird vor der Laserkorrektur der Fehlsichtigkeit die oberste Schicht der Nethhaut eingeschniten. Der so entstandenen „Flap“ wird dann zur Seite geklappt und die Hornhaut darunter wird gelasert. Dann wird der „Flap“ wieder zurückgeklappt. Und geanu das wollte ich unter gar keinen Umständen.

Auch wenn die Wunde so dann schneller verheilt, besteht immer noch irgendwie die Gefahr, dass sich dieser „Flap“ dann später ablöst. Sportunfälle und Schifahren kamen im dem Zusammenhang besonderns gerne auf. Und irgendwie will man (frau) sich doch nicht so gerne von gewissen Bildern in der Selbstwahrnehmung verabschieden. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich immer noch frischbeschneite Hänge im strahlenden Sonnenschein hinunterwedeln, auch wenn ich in der Realität seit über 10 Jahren keinen Schilift mehr aus nächster Nähe gesehen hab. Aber an gewissen Dingen hängt man eben. Ihr versteht das sicher! 😀

Demnach fiel diese Art der Korrektur schon mal aus. Auch Linsen einsetzen wollte ich mich nicht wirklich lassen, also blieb unterm Strich nur mehr die Lasek-Methode über. Dabei wird nämlich ganz ohne ins Auge zu schneiden direkt die Hornhaut korrigiert. Der Nachteil: längere Heilungsdauer. Nachdem auch jemand aus meinem näheren Umfeld vor einiger Zeit in dieser Klinik war und nur positives zu berichten wusste, die Kosten mit unter 2000€ für beide Augen weit unter den Kosten in Österreich liegen, sie dort mit dem modernsten Laser der deutschen Firma Schwind arbeiten und seit 25 Jahren nichts anderes machen, als Fehlsichtigkeiten zu korrigieren, dachte ich mir, dass ich dort gut aufgehobne bin. Soweit zur Vorgeschicht also.

Die Woche vor dem Eingriff hat sich außerdem jemand aus meiner näheren Familie noch beim Schifahren das Bein gebrochen (ja, da wär das Thema wieder und ja, es fahren noch Leute Schi im Gegensatz zu mir). Die Person bekam 7 Schrauben und eine Platte und ich beim Besuch im Krankenhaus die Grippe. Sonntag lag ich noch mit fast 40° Fieber und Montag Mittag machten wir (mein GöGa und ich) uns auf den Weg Richtung Wien. Ein Besuch im Heeresgeschichtlichem Museum und eine schlaflose Nacht brachten mich meiner Op näher.

Der Tag der Wahrheit

Dienstag um kurz nach 08:00 Uhr morgens trafen wir in der Augenklinik ein. Der Autolift brachte uns in die entsprchende Etage der Tiefgarage, die Räumlichkeiten lagen nur ein Stockwerk höher. Das erste was mir auffiel: es waren locker 50 Personen im Wartebereich. Das Wartezimmer war sogar so voll, dass wir zwischenzeitlich im Besprechungszimmer unter kamen, bis es schließlich mit den Untersuchungen los ging. Diese dauerten dann schlussendlich bis kurz vor Mittag. Bei mir wurder der Augendruck gemessen, die Sehschärfe gemessen, die Hornhaut kontroliert, ich musste einen Fragebogen ausfüllen und wurde zwischendurch immer wieder eingetropft. Wir wurden mit Getränken, Obst und belegten Sandwiches versorgt und Manuel wäre wohl ohne das freie WLAN dort vor Langeweile langsam dahinwegetiert. Die Verständigng mit dem anderen Patienten und dem Personal war überhaupt kein Problem. Irgendwann erzählte der Klinikleiter im Vorbeigehen, dass sie bewusst immer gleichsprachige Patienten an einen Tag legen, da es die Verständigung so viel einfacher machen würde und sich die Leute auch wohler fühlen, wenn ihre eigenen Sprache um sie herum gesprochen wird.

Dann wurde mir endlich mitgeteilt, dass meine Ergebnisse vorliegen und ich gelasert werden kann. Das größte Problem sei bei mir wohl die starke Hornhautverkrümmung und dass ich generell über eine sehr dünne Hornhaut verfüge. Daher wäre eine Methode mit Schnitt so oder so gar nicht möglich, bzw. in den Augen des Klinikleiters äußerst fahrlässig gewesen. Danach wurden wir – 11 Patienten mit Begleitung – als 3. Partie an diesem Tag in den Besprechungsraum gebeten. Dort wurde uns nochmals genau das Prozedere erklärt, wir wurden um einige Euros erleichtert und die Medikamente (Tropfen, Salben, Tabletten inkl. genauen Therapieplan) für vor und nach der Op wurden ausgehändigt. Und das finale Warten begann.

Als ich enldich aufgerufen wurde, bekam ich Überzieher für Schuhe und Haare und es wurden im 5-Minuten-Takt betäubende Tropfen in die Augen getropft. Dann ging es in den Op-Saal. Ich legte ich auf den Laertisch, bekam einen Teddy zum Festhalten in die Hände gedrückt und mein linkes Auge wurde abgedeckt. Meinem rechten Auge wrude eine Lidsperre aufgesetzt und vor dem Aufpinseln des Kontrastmittels auf den Augapfel merkte die Schwester wohl, dass das Fläschchen so gut wie lehr war. Sie ging also schnell neues holen. Diese paar Minuten fühlten sich an wie eine halbe Stunde und waren äußerst unangenehm. Ich lag ja schon bereit auf dem Op-Tisch und war gezwungen direkt ins Licht neben der Lasereinheit zu blicken, da wegdrehen ja nicht mehr möglich war. Endlich kam die Schwester zurück und pinselte mit die Lösung aufs Auge (davon spührt man übrigens überhaupt nichts, man sieht es nur), dann kamm die Ärztin und bat mich, gerade aus auf den grünen Laser zu blicken und mich nicht mehr zu bewegen, das Lasern würde jetzt los gehen. Das rechte Auge war gefühlt sehr schnell erledigt, der Geruch von verbranntem Gewebe allerdings äußerst gewöhnungsbedürftig. Es wurde eine Schutzlinse aufgesetzt. Beim linken Auge litt ich weitaus mehr. Erstens war meine Lichttolleranz durch das zuerst ins Licht blicken zu müssen schon ausgereizt, zweitens war Links um einiges mehr zu tun und drittens tat es diesmal auch ziemlich weh. Dann endlich konnte ich von der Liege runter und durch die Tür aus dem Op-Saal. Meine Augen wurden noch kurz kontrolliert, eine Schwester drückte mich ein Fläschchen mit den Worten „Notfalltropfen, wenn es nicht mehr auszuhalten ist 3 mal täglich für max. 3. Tage“ in die Hand und geleitete mich zu Manuel in den Warteraum. Ich musste meine Augen noch für einige Minuten geschlossen halten, ein Mitarbeiter gab mir noch ein paar aufmunternde Worte mit den auf den Weg und dann waren wir für diesen Tag entlassen.

Die Rückfahrt nach Wien war eine qual. Das Tagelicht war trotz Sonnenbrille viel zu hell, meine Augen wollten nur geschlossen werden, beim Zumachen drückten allerdings die Schutzlinsen unangenehm auf den Augapfel. Da ich so schon leicht seekrank werde und verstärkt durch das verschwommene Sehen war mir den ganzen Weg über speiübel. Außerdem machte der Berufsverkehr unsere Fahrt unnötig lang und ich bereute es zusenhends nicht ein Hotel über die Kinik in Bratislava gebucht zu haben. Endlich im Zimmer angekommen, legte ich mich hin und betete dass der Schwindel bald vorbeigehen würde. Ohne die Schmerztablette aus der Klinik, hätte ich die erste Nacht wohl weinend im Bett verbracht. Am nächsten Tag nahmen wir die Fahrt nach Bratislava nochmals auf uns. Sie war keineswegs angenehmer, als am Vortag. Meine Hornhaut und der Sitz der Linsen wurde kontrolliert und wir machten uns auf den Heimweg. Zu Hause angekommen holte Manuel die Kleine ab, wir aßen ein paar Bissen und mit Hilfe von Schmerzmitteln und einer Schlaftablette fand ich wenigstenes ein paar Stunden Schlaf.

Donnerstag Morgen fuhr Manuel normal in die Arbeit und ich schaffte es irgendwie unter Aufbringung all meiner Willensstärke unsere Maus für den Kindergarten fertig zu machen. Beim Haarekämmen musste ich mehrmals pausieren um mich nicht übergeben zu müssen. Das hatte ich mir weitaus einfacher vorgestellt. Tante Rosi brachte sie in den Kiga und ich kletterte wieder ins Bett. Ein paar Stunden später rief Manuel an, er käme jetzt nach Hause, würde die Kleine vorher bei der Tante abholen und er sei jetzt im Pflegeurlaub. Das Kind hatte fast 40° Fieber, tante Rosi hatte sie im Kiga wieder abgeholt. Einerseits war ich froh, dass ich jetzt nicht mehr alleine war, wie ich das mit krankem Kind überstehen sollte, war mir aber schleierhaft. Mir ging es von Stunde zu Stunde schlechter.

Der Vorhof zu Hölle

Meine Augen brannten, die Linsen rieben kontinuierlich am Lid, das Gewebe rund ums Auge schwoll an, ich war übermüdet und wollte nur noch schlafen, die Augen zu schließen war allerrdings nicht auszuhalten. Also lief ich wie ein Tieger im Käfig im Wohnzimmer auf und ab, kühlte mein Gesicht mit Ice-Bag und Kühlbrille und wurde langsam wahnsinnig. Beim Hinlegen drehte sich der ganze Raum, ohne starke Schmerzmittel hätte ich diese Stunden wohl nicht überstanden. Zusätzlich zu den Augen begannen jetzt auch noch meine Zähne und das Kiefer vom sprichwörtlichen „Zähnezusammenbeißen“ weh zu tun. Über etwas zu Essen brauchte ich gar nicht näher Nachzudenken.

Freitag war der Tag, an dem laut Therapieplan abends die Schutzlinsen rausgenommen werden sollten. Da ich mir nicht vorstellen konnte, das am Abend alleine zu schaffen, so zugequollen wie meine Augen waren und ich es außerdem kaum erwarten konnte diese Höllendinger los zu werden, bat ich Manuel eine befreundete Ordinationsgehilfin beim Augenarzt anzurufen und zu fragen, ob ich nicht vorbeikommen könnte. Die Zeit von 10:45 Uhr wurde vereinbart. Wir brachten also das Kind wieder zur Tante und machten uns auf den Weg zur Augenärztin. Nach dem Eintreffen dort musste ich die Panik unterdrücken. Das Wartezimmer war viel zu hell, es waren viel zu viele Leute, es war viel zu laut udn viel zu warm. Schon nach kurzer Zeit flüchtete ich raus in den dunklen und kalten Hausflur und nahm dort meine Tigerwanderung wieder auf. Dort fror ich zwar jämmerlich, aber ich konnte es wenigstens mit den Augen aushalten. Nach 1 1/2 Stunden kam ich endlich an die Reihe. Die Augenärztin besah sich meine Hornhaut und wollte wissen, ob ich mir sicher sei, dass ich die Linsen raushaben wolle. Die Hornhaut sei ihrer meinung nach noch nicht weit genug abgeheilt, und es würde sehr weh tun, wenn sie sie rausnimmt. Ich war hin und her gerissen. einerseits vertraute ich auf ihr Urteil, anderreseits machte mich das ständige Reiben der Linsen schier verrückt. Ich entschied mich für rausnehmen. Der Schmerz war üerwältigend. Sie tropfe schnell eine Betäubung nach, diese würde allerdings in 30 Minuten abklingen.

Am Nachhauseweg rief ich in der Kinik an. ich wurde fest ausgeschimpft, weil ich die Linsen schon rausnehmen hatte lassen. Es war weder am Abend, noch gingen sie ganz einfach wie von selbst raus. Ich sollte nach Hause, die Augen abkleben, regelmäßige eintropfen und das Gel in die Augen geben. Normalerweise würden die Augen bis morgen so weit abheilen, dass es auszuhalten wäre. Wenn nicht müsste ich Samstag raus kommen oder ins Krankenhaus und mir neue Linsen einsetzen lassen. Alleine vor dem Gedanken wurde mir schon weider schlecht. Zu hause bastelte Manuel mir einen Verband, tropfe mir die Augen ein und steckte mich mit Schmerzmitteln und seinem Superman-T-Shirt ins Bett. (ja, ich hab echt noch einen von den Guten erwischt!)

Dort lag ich dann bis Sonntag früh. Samstag ging es mir eindeutig noch nicht gut genug, um den Verband abzunehmen. Der Schmerz kamm immer in Wellen und war sehr intensiv. Im Vergleich zum Reiben der Linsen aber komischerweise gut auszuhalten. Ich wusste einfach, dass es in ein paar Augenblicken wieder vorbei sein würde und so konnte ich darüber hinwegatmen. Das Reiben der Linsen hingegen war ständig da gewesen, und lies nicht auch nur für eine Sekunde nach. So stelle ich mir Folter vor. Nicht, dass diese zwei Tage in Dunkelheit und Einsamkeit angenehm gewesen wären. Mitnichten. Die Augen waren fest verklebt, dahinter aber mit heißen Tränen gefüllt. Immer wenn ich die Wimpern vorsichtig von einander löste um wieder Einztropfen, rannen sie in heißen Rinnsalen meine Wangen hinab. Schmerzmittel waren wieder mein bester Freund. Ich war ständig in einem Zustand zwischen Dösen und Wachen, die Minuten fühlten sich an wie Stunden, weil es auch einfach nichts zu tun und keine Ablenkung gab. Da begannen die Gedanken zu kreisen und ich bereute den Eingriff zu tiefst. Einziger Lichtblick in dieser Zeit waren meine beiden Herzensmenschen nebenan. Wenn ich sie lachen oder streiten hörte, da wusste ich wieder, dass es aufwärts gehen musste.

Endlich Fortschritte

Sonntag dann war der Verband morgens nicht mehr an seinem Platz. In der Nacht konnte ich mich endlich etwas auf die Seite drehen, was das Schlafen weitaus angenehmer gemacht hatte. Ich konnte ohne Hilfe auf die Toilette gehen und wusste, dass das Schlimmste jetzt überstanden war. Am Vormittag fuhren wir ins KH und ich lies meine Hornhaut anschauen. Der Arzt war mit der Heilung sehr zufrieden und ich sah endlich ein Licht am Ende der Tunnels. Ich konnte meine Augen immer länger offen halten und ich habe das Gefühl. dass es jetzt rasend schnell voran geht.

Heute ist Dienstag, meine Op ist eine Woche her. Ich sehe alles noch sehr verschwommen, Lesen kann ich noch so gut wie gar nicht. Sollte die Heilung in diesem Tempo weitergehen und Mausi auch wieder gesund werden, dann kann ich mich nächste Woche wieder an den Basteltisch setzen. Manuel geht jedenfalls morgen wieder arbeiten und ich weiß, dass ich das morgen mit dem kranken Kind handeln kann. Vor drei Tagen noch hätte ich gewünscht, dass ich die Zeit zurückdrehen könnten, heute freue ich mich auf ein Leben ohne Brille. Die ersten Tage waren für mich ein Vorgeschmack aufs Fegefeuer, jetzt verblassen sie schön langsam. Oder in den Worten des netten Mitabeiters von Excimer: „Gott sei Dank vergisst der Mensch Schmerzen sehr schnell. Sonst wäre die Menscheit schon lange ausgestorben.“


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